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Und eine andere behandelt die Tatsache, dass man im badischen Sipplingen, beim Seepumpwerk, Wasser rauspumpt, das dann den Schwaben zur Labung dient. Aber die Badener schlagen ihren „geliebten“ Landsleuten von hinter’m Wald ein Schnippchen. Denn „mir Bad’ner s............… fröhlich nei, die Schwobe saufe’s aus.“Seit einigen Jahren – und 2008 wohl zum letzten Mal – reisen die Mitglieder des B.F.s.B.W. bei ihren traditionellen Ausflügen am Allerheiligentag den Strophen des Badenerliedes nach. So waren sie schon mal in Rastatt, wo die Festung lag, in Mannheim, der Stadt der Fabrik, oder in Haslach, wo man Silbererz gräbt. 2008 hieß das Ziel einer Drei-Tage-Tour Konstanz, wie immer bestens organisiert von der Referentin für das Wanderwesen, Marion Köppel, und ihrem persönlichen Referenten Hans-Peter Köppel. Die über zwei Dutzend Teilnehmer konnten feststellen, dass der Rhein tatsächlich noch klar ist und ließen sich bei der Bodensee-Wasserversorgung (BWV) davon unter- richten, wie das ist mit dem Badischen Wasser für Schwäbische Kehlen, Kochtöpfe und Heizungen. Die Gästeführerin bei der BWV, die aus dem Emsland stammte, war offenbar die einzige ihrer Zunft, die es sich zutraute, die rebellischen Badener so in Schach zu halten, dass sie den Inhalt ihrer Hymnenstrophe nicht in die Tat umsetzten. „Ich könnte Bücher darüber schreiben, was ich hier alles zu hören bekomme, wenn ich badische Gäste in die Geheimnisse unserer Anlage einweihe.“ Und offenbar hatte die Führung der BWV gründlich genug auf der Homepage des B.F.s.B.W. (http://www.bfsbw.de) nachgesehen, um zu wissen, wer denn da nach Sipplingen kommen und in die Wassertöpfe spu......… äh gucken würde. Immerhin liegt die Pumpstation auf 700 Meter Meereshöhe. Tags zuvor war der erste Herbstschnee gefallen, er lag noch. Und die Badener lieferten sich eine Schneeball- schlacht. So untermauerten sie ganz offenbar den Eindruck, den sie schon mit ihrer Domain vermittelt hatten. Ob dies der Grund war, warum sie nicht einmal Fotoapparate mitnehmen durften, sondern sie im Bus liegen lassen mussten, oder ob der Grund seitens der BWV-Führung befürchtete badische Spionage mit dem Ziel der Sabotage war, ließ sich nicht zweifelsfrei klären. Die gegebene Begründung war die Angst vor Terror- und Giftanschlägen, wie sie vor wenigen Jahren schon einmal versucht worden waren. Wobei es freilich doch recht schwierig sein dürfte, den Schwaben das goldene badische Nass zu vergiften. Denn die Einlassrohre liegen immerhin auf einer Seetiefe von rund 60 Metern. Dass den schwäbischen Abnehmern jedoch Wohl- schmeckendes kredenzt wird, durften alle Besucher am eigenen Leibe und mit ihnen übereigneten Gläsern verspüren. Den meisten gelang es auch, das Glas zwei Tage später unbeschadet in die Residenz zu bringen.Am Badischen See wächst jede Menge wohlschmeckenden Badischen Weines. Der bekanntlich, anders als Weine aus allen anderen deutschen Anbaugebieten (Kategorie C), in die EU-Kategorie B einsortiert wird, so wie die Weine aus Bordeaux und Burgund. Wie wohl dieser Wein schmeckt und tut, erfuhren die Gäste auf ihrer zweiten Station, wo sie zur Entspannung nach der anstrengenden BWV-Inspektion landeten. Sie lag auf der Insel Reichenau, in der Winzergenossenschaft, wo ihnen immerhin acht Versucherle der Badischen Rebengewächse vom See kredenzt wurden. Da den meisten Genießern nicht wohl bei dem Gedanken war, die jeweils höchst leckere Flüssigkeit im Munde herum zu drehen und dann wieder rückwärts nach draußen zu geben, kann man sich leicht vorstellen, wie fröhlich – oder auch müde – hinterher der eine oder die andere war und wie wichtige es war, anschließend gegenüber, im „Alten Messner“, gut Badische speisen zu können. Die schmackhaften Angebote reichten von der Reichenauer Salatplatte und Dinkelpfannkuchen über Medaillons vom Schweinefilet und Putenmedaillons bis hin – Bodenseefisch musste einfach sein – zum Felchenfilet Reichenauer Art.Den Reichenauern sagen übrigens auch Konstanzer – wie der B.F.s.B.W.-Außen- stellenleiter Wolf Biehler – nach, dass sie den für Auswärtige am wenigstens ver- ständlichen Dialekt reden. Die Winzerin Aniceta Wehrle, die bei der Weinprobe die Flaschen schwang, war der beredte Beweis hierfür. Von Probe zu Probe sprach sie mehr Reichenauer Alemannisch. Und zum Schluss waren ihre Erklärungen von den zumeist aus Karlsruhe angereisten Tour-Teilnehmern so gut wie nicht mehr zu verstehen.Das war am zweiten Abend, dem Samstag, anders. Wolf Biehler hatte Marion und Hans-Peter Köppel für die Planung der Tour manchen sehr guten Ratschlag gegeben. Unter anderem den, für den Höhepunkt-Abend ein badisch-schwäbisches Kabarett einzuladen, gegeben von seinem alten Heimschule-Lender-Klassenkameraden Wolf- gang Miessmer aus der Gegend von Lahr und dem Schwaben Sven-Erik Sonntag. Der übrigens weder verwandt noch ver- schwägert ist mit Christoph Sonntag. Offenbar ist es so, dass man als schwäbischer Spaßmacher (das ist ja wohl ein Widerspruch in sich) einfach Sonntag heißen muss, sonst hat man bei seinen trübseligen Landsleuten über- haupt keine Chance. Wolfgang Miessmer, der vor 30 Jahren einer der Begründer der bekannten Offenburger Showtruppe „die Gälfiäßler“ war, und Sven-Erik Sonntag, der „Sauschwob“, nennen ihr mundartlich-musikalisches Hass-Liebe- Programm daher „Gälfiäßler und Sau- schwobe“ und ziehen darin so mächtig übereinander her, wie halt ein Badener über einen Schwaben herziehen muss und wie die dann erwartete Reaktion ist. Aber sie zeigen auch, dass es Badener, wenn sie sich sehr anstrengen, sogar mit Schwaben aushalten können. Der Spruch „die haben den Stern auf dem Auto, wir in der Küche“, sollte dafür exemplarisch sein, oder der Seufzer, dass es, ver- dammt noch mal, mehr Schwaben gibt, als man gemeinhin glaubt. Miessmer: „Der Schwabe ist der misslungene Versuch, aus einem Schotten einen Tiroler zu machen.“Die beiden haben die Badener so sehr von ihrem badisch-schwäbischen Pro- gramm begeistert, dass sie sogar schwäbische Lieder mit Inbrunst mitsangen. Beispielsweise das Lied vom Schätzle und den Sechsern oder das Silcher Lied „Jetzt gang i ans Brünnele.“ Und Sonntag sang die Hymne aller Badener, das Badener Lied, ebenso engagiert mit. Außer der Konstanzer und der Sipplinger Strophe.Am Badischen Meer, dem Bodensee, fiel Miessmer auch ein, dass das Schwäbische Meer die Ostsee ist. Denn von dort und noch weiter östlich sind die „Sueben“ im dritten Jahrhundert eingewandert. Die Römer haben die Stämme dann zu den „Alamannen“ gemacht. Und wenn damals schon Alice Schwarzer gelebt hätte, wären sie bestimmt „Alafrauen“ gewor- den.All diese und viele weitere ganz freundlichen „Schmähungen“ beant- wortete Sonntag etwa mit der hämischen Bemerkung, der Heckerhut – Miessmer trug einen solchen – sei ja wohl eine Karnevals-Kopfbedeckung. Weil er halt ein Schwabe ist, war ihm wohl nicht so recht klar, dass 1848 genau der Friedrich Hecker, der diesen Hut zur Mode gemacht hat, von Konstanz aus seinen revolutionären Zug gen Karlsruhe gestartet hatte.Womit wir bei der Konstanzer Geschichte sind. Die den Besuchern aus der Residenz am Samstagvormittag von zwei Stadtführern näher gebracht wurde. So erfuhren sie auch etwa, warum ihr Hotel „Barbarossa“ nach Ritter Rotbart benannt ist. Kaiser Friedrich Barbarossa hielt hier 1153 einen allgemeinen Reichstag ab und beschloss einen Feldzug gegen die lombardischen Städte. Der Frieden mit dem lombardischen Städtebund wurde von Barbarossa 1183 wieder in Konstanz geschlossen. Die Geschichte der Stadt aber beginnt schon etwa 3500 vor Christus mit ersten Besiedlungen. Ihren Namen hat die Stadt etwa seit 350 nach Christus, als das rund 50 Jahre zuvor gegründete römische Kastell den Namen „Constantia“ erhielt, zu Ehren des römischen Kaisers Constantius II.Konstanz wäre beinahe Teil der Schwei- zerischen Eidgenossenschaft geworden. Aber die ländlichen Kantone befürchteten ein Ungleichgewicht zu Gunsten der Städte und lehnten den Aufnahmeantrag ab. So wurde Konstanz Mitte des 16. Jahrhunderts Habsburgisch, Vorderösterreichisch, Haupt stadt Innsbruck. Die Habsburger liebten die Stadt so sehr, dass sie spanische Truppen schick- ten, um sie zu kujonieren. Weil die Konstanzer den Schlüssel zum sonst immer offenen Rheintor nicht gleich fanden, verteidigten sie ihre Stadt mannhaft auf der Rheinbrücke, bis sie das Tor schließlich doch abschließen konnten.Noch viel mehr Geschichten und Geschicht- chen über die Konstanzer Geschichte hatten die Stadtführer auf Lager. So waren die beiden Stunden fast wie im Fluge vorbei. Sie berichteten etwa vom Bildhauer Peter Lenk, der die üppige „Imperia“ an der Konstanzer Hafen- einfahrt gefertigt und in einer Nacht- und Nebel-Aktion aufgestellt hatte. Die „Dame“ hatte es während des Konstanzer Konzils 1414 bis 1418 zur Beglückung der Hohen Herren tatsächlich gegeben. Weshalb sie, sich im Winde drehend, auf der einen Hand einen Bischof, auf der anderen einen weltlichen Herrscher sitzen hat. Die Konstanzer wollten die Figur zunächst nicht. Erst als aus Friedrichshafen das Angebot gekommen war, sie zu übernehmen, war die Pro-Entscheidung schnell gefallen.Peter Lenk ist ein am See viel beschäftigter Bildhauer mit zahlreichen Werken, mit denen er immer die Grenzen des künstlerisch Machbaren ausleuchtet. Daher ist er auch nicht immer und überall wohl gelitten. Auch mit seinem derzeit bekanntesten Werk hat er bei vielen angeeckt. Es ist ein tönernes Waldrelief am Rathaus der Gemeinde Ludwigshafen am Bodensee, die sich zu Ehren des Großherzogs Ludwig ihren neuen Namen gegeben hatte. Zuvor hieß sie „Sernatingen“. Ludwig thront denn auch über dem Geschehen auf dem dreiteiligen Relief, auf dem Hartz-IV-Empfänger den goldenen Tanz tanzen, ein adrett gekleideter Günther Oettinger den Widerstandskämpfer Hans Filbinger aus dem Grab zieht, Josef Ackermann, Dieter Zetsche und andere Wirtschaftslenker im Geld baden wie Dagobert Duck und nackte Politiker sexuelle Handlungen aneinander vornehmen. So greift etwa Gerhard Schröder Angela Merkel an den Busen oder Edmund Stoiber Guido Westerwelle an den Penis.Kunst provoziert, so dargestellte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zumal. Daher war sie nicht wirklich alle sehr glücklich über das Werk. Aber täglich kommen Hunderte, um es zu bestaunen, es ist eine einmalige Touristenattraktion für die Gemeinde Bodman-Ludwigshafen (Lenk lebt im Ortsteil Bodman). Und der Rat an die Gemeindeverantwortlichen, das Relief länger hängen zu lassen als die bislang vorgesehen zwei Jahre, dürfte sicherlich nicht falsch sein. Die Teilnehmer der Badischen Tour, die am Samstagnachmittag in Ludwigshafen waren, denken jedenfalls samt und sonders so. Und stellten sich dem Fotografen, um ihr Sipplingen-Werk am gegenüber liegenden Seeufer denn doch noch zu vollenden.In Sipplingen beim Seepumpwerk, da pumpet´s Wasser raus, mir Badener s.......... fröhlich nei´, die Schwobe saufes aus ! In Konstanz und Sipplingen Der B.F.s.B.W. testete Wein- und Wasserqualität am Bodensee / Gegend mit Geschichte / Kunst provoziertVon unserem Vizepräsidenten Rüdiger Homberg Bilder ansehen B.F.s.B.W. Bund Freiheit statt Baden-WürttembergKontakt Impressum © 2013 /B.F.s.B.W. Gästebuch Um alle Inhalte sehen zu können, benötigen Sie den aktuellen Adobe Flash Player. |