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Das jedenfalls sagte Winnie sehr überzeugend am Telefon, als ihn Moderator Jürgen Essig zu der Ehrung befragt.Schäfer war als Fußball-Nationaltrainer Kameruns gerade in der dortigen Hauptstadt Jaunde und konnte die Würdigung nicht selbst entgegen nehmen. Die berufliche Pflicht hatte ihn wenige Tage vor dem 2. November 2003 nach Afrika gerufen, es galt, das Ziel „Verteidigung des Africa-Cups“ vorzubereiten. Dass er seine Abwesenheit sehr bedauerte, das war ihm auch über viele Mobiltelefon-Meilen anzuhören. Er zeigte sich „glücklich, dass ich Badener des Jahres geworden bin“.In der Urkunde heißt es: „Seine Leistungen im Wildparkstadion sind unvergessen. 1975 – 1977 spielte er beim KSC. Bei Borussia Mönchengladbach wurde seine Mannschaft Deutscher Meister, Pokalsieger und UEFA-Pokalsieger. Sein geradezu magisches Können brachte er als Trainer beim KSC ein, den er in die erste Bundesliga zurückbrachte und fast zur Pokalmeisterschaft führte. Er trainierte Mehmet Scholl und Oliver Kahn und legte den Grundstock für deren Berühmtheit. Seine Tänze am Spielfeldrand zeichneten seinen weiteren Weg vor: Nach Wanderjahren ist Winfried Schäfer seit 2001 Nationaltrainer in Kamerun, wird von seinen Spielern vergöttert und hat mit ihnen letztes Jahr den Afrika-Cup gewonnen.“Und weiter: „Sein Zuhause blieb jedoch Ettlingen, die heitere badische Lebensart gefällt ihm, und Schwarzwald wie Elsass sind auch nicht weit, wie der „Löwe“ mit der bekannten Mähne immer wieder in seinen zahl- reichen Interviews anmerkt. Auf diese Weise publiziert er äußerst glaub- würdig die hervorragenden Qualitäten seiner badischen Wahlheimat.“Bei ihrer Ankunft an den neuen Karlsruher Messehallen, als sie BFsBW- Geschäftsführer Hans-Peter Köppel und Vizepräsident Rüdiger Homberg begrüßten, erblickte Angelika Schäfer zu allererst die wunderbaren badischen Krawatten der Empfangsherren und ließ sich sofort das Versprechen geben, dass Winnie ebenfalls so einen tollen Binder bekommen solle.Die Messe war Schauplatz der Ehrung, weil der BFsBW als Kooperationspartner SWR 4 Baden Radio gewonnen hatte. Die neue Messe bestand gerade ihre letzte Feuerprobe, Zehntausende strömten zur Verbrauchermesse „offerta“, SWR 4 Baden Radio hatte seine Bühne im Aktionsbereich gleich hinter dem Haupteingang aufgebaut und musste über neun Tage Bühnenprogramm füllen. So entstand eine fruchtbare Symbiose: Der BFsBW half dem Radiosender, eine Stunde zu gestalten, SWR 4 Baden Radio gab im Gegenzug seine Infrastruktur und seine Recherchekraft, sorgte dafür, dass Winnie Schäfer wenigstens telefonisch doch anwesend sein konnte und half dem Bund dabei, Probleme bei der Gestaltung der Gästeliste zu bewältigen. Jürgen Essig und sein Chef, Redaktionsleiter Erich Hohn, führten souverän durch die Stunde, die musikalisch vom Musikverein Karlsruhe-Knielingen und von Sabine Wittwer gestaltet wurde. Sabine ist die Ehefrau von Michael Wittwer, der zu Zeiten des legendären 7:0 gegen den FC Valencia, auf den Tag genau zehn Jahre vor Winnie Schäfers Auszeichnung als Badener des Jahres 2003, Libero eines KSC war, der seinerzeit bemerkenswertere Erfolge als heute feierte.Winnie Schäfer hatte dem BFsBW zugesagt, Euro-Eddy und Rainer Schütterle, inzwischen Vizepräsident des KSC, zu der Feierstunde kommen zu lassen. Nur Tage zuvor stellte es sich heraus, dass der Bund zur Sicherheit diese Einladungen noch- mals hätte aussprechen sollen. Aber in Kooperation der beiden Veran- stalter SWR 4 Baden Radio und BFsBW gelang es doch in letzter Minute noch, eine in jedem Fall respektable Gästeliste aufzustellen. Denn Michael Wittwer hat nicht nur seine Sabine begleitet, sondern stand Erich Hohn und Jürgen Essig auch Rede und Antwort zu der Zeit vor zehn Jahren und zu heute, wo er noch immer erfolgreich Fußball spielt, beim Oberligisten FC Nöttingen. So wusste er etwa von Schäfers Motivationskünsten zu berichten. „Die sind nicht besser als wir“, überzeugte er die KSCler, in dem er ihnen die Videoaufzeichnung eines Valencia- Spiels ohne Farbe und Ton zeigte.In dieser Mannschaft stand auch Burkard Reich, allerdings war er wegen der zweiten gelben Karte im laufenden Wettbewerb beim Hinspiel in Valencia für die Begegnung am 2. November 1993, einem Dienstag, gesperrt. Ebenso, wie Winnie Schäfer. Der Coach durfte ab eine Stunde vor Spielbeginn keinen Kontakt zur Mannschaft haben. Aber er war trotzdem in der Kabine, wie er inzwischen doch zugibt. Vor die Tür hatte er Späher gestellt, die melden sollte, wenn der UEFA-Vertreter nach dem Rechten sehen wollte. Und so kam es denn auch. Der Trainer hatte gerade noch Zeit, um, versteckt unter einer Decke, die KSC-Kabine fluchtartig zu verlassen. Wer ihn warnte, ist zehn Jahre später nicht mehr genau zu rekonstruieren. Schäfer sagte Essig und den rund 500 Gästen vor der Bühne, es sei Betreuer Hussein gewesen, während Spieler Manfred Bender einen Tag zuvor Jürgen Essig noch ins Mikrofon bei der Aufzeichnung einer „Nahauf- nahme“ sagte, es sei Edgar Schmitt gewesen. Eben jener Edgar Schmitt, der mit dem in die Analen des Vereins eingegangenen 7:0-Sieg nach vier Toren zu „Euro-Eddy“ werden sollte. Weil er vier der sieben Tore erzielt hat. Auch ist nicht vergessen, dass ihn die Zahl vier wenige Tage zuvor ganz anders und auf dramatische Weise beschäftig hatte: Auf der Fahrt vom Wohnort Dudeldorf in der Eifel zum Training in Karlsruhe hatte sich sein Fahrzeug auf der Autobahn viermal überschlagen.Burkard Reich, inzwischen beim KSC im Marketing tätig, nannte das seinerzeitige KSC-Erfolgskonzept: „Wenig trainieren, gut spielen, gewinnen!“. Dieses Rezept ging auch in der Bundesliga auf, am folgenden Wochenende setzte man auf die sieben Valencia-Tore noch fünf in Duisburg drauf. Zehn Jahre später gewannen die Zweitligisten des KSC immerhin 2:0 in Duisburg.„Doc Löhr”, Heinz Walter Löhr, damals Mannschaftsarzt des KSC und heute medizinischer Betreuer der Kameruner Nationalmannschaft, berichtete ebenfalls von seiner Zusammenarbeit mit Schäfer über viele Jahre. Und Karlsruhes Sportbürgermeister Harald Denecken überreichte Angelika Schäfer symbolische einen hübsch verpackten Ball. Mindestens 20 echte sollen folgen. Damit unterstützen die Stadt Karlsruhe und der SportartikelHersteller „Puma” Schäfers Arbeit im Entwicklungsland Kamerun. Es gilt das Leistungsprinzip: Bei weiteren Erfolgen gibt es weitere Bälle für die kickende Jugend in Afrika. Der Kameruner Löwe aus Mayen, der "Badener des Jahres 2003" Winnie Schäfer ließ sich würdig von „den beiden schönsten Frauen“ vertretenvon Rüdiger Homberg Foto: KA-NEWS B.F.s.B.W. Bund Freiheit statt Baden-WürttembergKontakt Impressum © 2013 /B.F.s.B.W. Gästebuch Um alle Inhalte sehen zu können, benötigen Sie den aktuellen Adobe Flash Player. |